Kieler Hurrikan fegt mit 41:65 über Crocodiles

Die hoch favorisierten Kiel Baltic Hurricanes erwiesen sich Sonntagnachmittag am Ende dann doch als eine Nummer zu groß für den Aufsteiger vom Rhein. Hatte man vor drei Wochen im Hinspiel in Kiel noch ganz knapp in einer wahren Abwehrschlacht mit 27:10 verloren, lieferte sich der einzige NRW Vertreter in der GFL1 im bereits am vierten Spieltag stattgefundenen Rückspiel diesmal entgegen aller Expertenmeinungen eine eben solche Schlacht der beiden Angriffsreihen.

© thb-foto.deDie Crocodiles begannen einmal mehr mit dem Kick-Off und überließen somit den Gästen den ersten Angriffsversuch. Bereits der Return der hochambitionierten Gäste gelang etwa bis zurück an die 7 Yard Linie der Kölner. Nun hatten die Kieler, begünstigt durch einige Regelwidrigkeiten auf beiden Seiten sieben Versuche um in die Kölner Endzone und zur frühen Führung zu kommen. Doch selbst der ausgespielte letzte Versuch, statt des vermeintlich sicheren Feldtors für zumindest drei Punkte konnte von der in dieser Phase starken Kölner Verteidigung gestoppt werden. Die Hausherren selbst wurden in der Folge jedoch ebenfalls seinerseits von der Kieler Verteidigung zum Punt gezwungen. Nach einem langen Pass weit in die Kölner Hälfte überwanden die Fördestädter die letzten Meter per Lauf durch die Mitte über 11 Yards zum ersten Touchdown. Der anschließende Extrakickversuch musste zweimal hintereinander jeweils fünf Yards weiter hinten gestartet werden, gelang letztlich jedoch zur 0:7 Führung der Gäste. Im nächsten Drive der Kölner wurde am Ende leider ein sehenswerter Pass vom Kölner Quarterback Benjamin Mentges von den Norddeutschen abgefangen werden. Nach weiteren zwei Pässen des Kieler Spielmachers und einem 30 Yard Lauf stand es bereits 0:13. Der Extrapunktkick verfehlte die Stangen knapp. Doch nun entwickelte sich in der prallen Sommerhitze ein spannender Schlagabtausch auf Augenhöhe. Zunächst erlief Kölns Star US Import und Toprusher der Liga Kevin Anthony Parks seinen ersten Touchdown des Tages über 50 Yards zum 7:13 Anschluss, nachdem Noah Plöttner den Extrapunkt sicher verwandelte. Kiel wurde daraufhin ebenfalls zum Befreiungskick gezwungen, da die Verteidigung um Headcoach und Defense Koordinator Patrick Köpper zwar stark ersatzgeschwächt angetreten die Kieler erneut aufhalten konnte. Nach zwei weiteren Läufen von Kevin Anthony Parks war es dann Spielmacher Benjamin Mentges selber, der per Quarterback Sneak und dank erneut sicherem Fuß von Noah Plöttner zum 14:13 und somit zur erstmaligen Führung des Aufsteigers in der Endzone des Gegners auftauchte. Bei diesem Zwischenstand wurden dann auch zum ersten Mal die Seiten gewechselt.

Cologne Crocodiles vs Kiel Baltic Hurricanes © thb-foto.deIm zweiten Spielabschnitt schenkten sich beide Parteien weiterhin nichts. Der geneigte Zuschauer auf beiden Seiten rieb sich jedoch verwundert die Augen, hatte man doch auch im Rückspiel eher ein Aufreiben der Verteidigungsreihen erwartet. Stattdessen feuerten beide Offenses doch ein wahres Angriffsfeuerwerk ab. Kiels Nummer 1 US Star Runningback Christopher McClendon stand der Kölner Nummer 1 Kevin Anthony Parks an diesem Tag in nichts nach und ließ die Gastgeber immer wieder schlecht aussehen. Er alleine erzielte an diesem Tag fünf Touchdowns der Gegner. Dennoch erzielten die Kieler ihren nächsten Touchdown durch die Luft mit einem Pass über 35 Yard auf Kiels Diego Sanchez zum erneuten Führungswechsel. Der Kieler Trainerstab entschied sich ob des zuvor verschossenen Extrapunktes, nunmehr mit einem erneuten Pass oder Lauf in die Kölner Endzone für 2 Punkte wieder einen 7 Punkte Abstand herzustellen. Dieser Versuch konnte jedoch von der Kölner Verteidigung unterbunden werden, sodass es lediglich zur hauchdünnen 14:19 Führung reichen sollte. Crocodiles Spielmacher Benjamin Mentges, die vergangenen Wochen noch wegen seiner Passschwäche gescholten, bediente mustergültig seinen Wide Receiver Olaf Fries, der erst an der gegnerischen 17 Yard Linie ins Aus lief und hier jedoch vom Gegenspieler regelwidrig berührt wurde. Dies führte dann zu weiterem Raumgewinn aufgrund der folgerichtig ausgesprochenen Strafe. Den Rest erledigte wiederum Benjamin Mentges per Sneak über 15 Yards und es stand nach erfolgreichem Kick von Noah Plöttner 21:19 für den Aufsteiger vom Rhein. Doch auch der Play-Off Kandidat aus dem Norden konnte umgehend zurückschlagen. Man versuchte nach erfolgreichem Touchdown über 27 Yards durch die Luft auf US Boy Xavier Mitchell erneut die 2 Punkte Version des Extrapunktversuchs, der jedoch wiederum scheiterte. Die Führung wechselte wieder zugunsten der Gäste auf 21:25. Diesmal konnte der Kölner Angriff gestoppt werden und Kiel kam mit seiner Angriffsformation einmal mehr aufs Feld. Chris McClendon gelang letztlich über 17 Yard der Lauf in die Endzone und nach diesmal erfolgreichem Kick von Kiels Benedikt Englmann bauten die Gäste ihre Führung auf 21:32 aus. Benjamin Mentges fand im Anschluss Olaf Fries per Pass über 52 Yards zur umgehenden Antwort in der Endzone der Baltic Hurricanes. Nun versuchten die Kölner um Offense Strategen David Odenthal einen 2 Punktversuch, der aber wie zuvor zweimal auf der Gegenseite ebenfalls scheiterte und so blieb es beim weiterhin engen und spannenden 27:32. Kurz vor der Halbzeit ließ die Kölner Verteidigung sich jedoch nochmal von den abgeklärten und langjährigen Erstligisten verladen. Gästespielmacher Jared Stegman fand erneut Xavier Mitchell über 10 Yard in der Endzone. Nach erfolgreichem Kick ging es beim Stand von 27:39 in die Kabinen. Zu allem Überfluss hatte sich in der ersten Halbzeit mit US Import Justin Cooper ein weiterer Linebacker der Kölner verletzt (Knie) und musste zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren werden.

Cologne Crocodiles vs Kiel Baltic Hurricanes © thb-foto.deDa Köln in der zweiten Halbzeit als erstes in Ballbesitz kam, wollte man natürlich umgehend wieder den Anschluss erreichen. So fand denn auch Kölns Benjamin Mentges Wide Receiver Eigengewächs Ramin Akhlaghi mit einem 33-Yard Pass und in der Endzone der Gäste. Ramin Akhlaghi spielte bis einschließlich vergangene Saison noch in der über Jahre erfolgreichen Jugend der Crocodiles. Nach Extrakick von Noah Plöttner kam man wieder auf 34:39 heran. Kiel antwortete mit einem weiteren Pass über 37 Yards auf Mitchell und zog nach Extrakick von Benedikt Englmann wieder mit 12 Punkten auf 34:46 davon. Doch in diesem längst nicht mehr von den Verteidigungen der Kontrahenten bestimmten Spiel war noch nichts entschieden. Der Spielmacher der Domstädter bediente zum Abschluss des folgenden Drives den nach der Verletzung von Michael Anthony Eubank nachverpflichteten US Import Trevor Vasey über 14 Yards zu dessen erstem Touchdown an neuer Wirkungsstätte. Noah Plöttner verwandelte einmal mehr sicher und der freche Aufsteiger klopfte bei einem Spielstand von 41:46 erneut bei dem Endspielaspiranten an. Doch auch dieser wusste zu zeigen, warum man sich und zu Recht da oben sieht. Mit einem 4 Yard Lauf konnte Marvin Amankwah das Ergebnis für die Gäste noch vor dem letzten Seitenwechsel bei erneut gescheitertem Extrapunktversuch auf 41:52 schrauben.

Cologne Crocodiles vs Kiel Baltic Hurricanes © thb-foto.deBei tropischen Temperaturen verloren die aufopferungsvoll kämpfenden Crocodiles zu Beginn des Schlussviertels ihr Angriffsrecht jedoch schnell wieder, als Hurricanes Verteidigungsspieler Aaron Boadu die Hände vor einen Pass von Quarterback Benjamin Mentges brachte und den abprallenden Pass selbst wieder abfing. Kiel vervollständigte nochmals einen Pass über 30 Yards auf Chris McClendon und nach wiederholt verschossenem Kick baute man die Führung auf 41:58 aus. Der Kölner Angriffsspielzug konnte von der Kieler Verteidigung, als die Crocodiles Sideline bei 4. Und 8 bei einem „Alles oder nichts“ Spielzug, an der 25 Yard Linie aufgehalten werden. Kiel machte nun den Sack zu und der einmal mehr herausragende Chris McClendon lief den Ball über dreiviertel des Feldes zum 75 Yards Touchdown. Diesmal erfolgreich gestalteter Extrapunkt von Kiels Kicker Benedikt Englmann und der 41:65 Endstand war erreicht. Zwar versuchte Köln in der Folge und mit Quarterback Trevor Vasey nochmal alles. Letztlich vermochten es die Kieler aber einen Pass in der Endzone abzufangen und knieten letztlich den Sieg ab.

Cologne Crocodiles vs Kiel Baltic Hurricanes © thb-foto.deHurricanes Head Coach Marcus Herford war nach dem Spiel denn auch voll des Lobes für den Aufsteiger: „Hut ab vor den Kölnern, sie werden noch ein gefährliches Team sein im weiteren Saisonverlauf. Das war heute eine Teamleistung, die Jungs haben hart gekämpft und sich am Ende durchgesetzt. Ich bin sehr stolz darauf, wie sich das Team als Ganzes weiter entwickelt!“ Crocodiles Headcoach Patrick Köpper konnte nach Abpfiff seiner jungen und aufopferungsvoll kämpfenden Truppe keinesfalls den Einsatz absprechen. Er betonte jedoch in den anschließenden Interviews auch die Tatsache, dass die Domstädter mit ihrem Kaderdurchschnitt von 22/23 Jahren eben noch einiges zu lernen hätten, aber auch auf einem guten Weg seien. Der Offense um Koordinator David Odenthal könne man bei 41 Punkten gegen so einen starken Gegner wie Kiel nichts vorwerfen. Auch Quarterback Benjamin Mentges habe sich wieder gefestigt und eine hervorragende Leistung – eben auch durch die Luft – gezeigt. Als Defense Koordinator sei er aber naturgemäß trotz der immensen verletzungsbedingten Ausfälle gerade in der Defense Line sowie den Defense Backs bei 65 kassierten Punkten enttäuscht. „Zum Teil hat sich meine Defense wie Schuljungs von den Trickspielzügen der starken Canes verladen lassen. Zudem sei es aufgrund der dünnen Personaldecke gut nach 5 aufeinander folgenden Spielen wichtig, kommende Woche spielfrei zu haben und dies zur Regeneration und Videoanalyse zu nutzen. Danach werde man sich voll auf den kommenden Gegner die Berlin Rebels konzentrieren.“

Cologne Crocodiles vs Kiel Baltic Hurricanes © thb-foto.deDas nächste Heimspiel bestreiten die Crocodiles in 14 Tagen am Sonntag 11.06.2017 (Kick Off 15:00 Uhr) wieder an ihrer normalen Heimspielstätte im Flughafenstadion im Sportparkt Höhenberg beim Rückspiel gegen die Berlin Rebels. Das Hinspiel in Berlin ging vergangene Woche mit 14:6 aus. In der Nordgruppe der GFL sind mit Meister Braunschweig, den Dresden Monarchs, dem letzten Gegner der Crocodiles Kiel Baltic Hurricanes und dem nächsten Gegner Berlin Rebels noch vier Teams bei je drei Siegen ungeschlagen. Köln folgt bei zwei Siegen und drei Niederlagen derzeit auf Platz fünf vor den Berlin Adlern mit einem Sieg und drei Niederlagen, den Hildesheim Invaders mit vier und Schlusslicht Hamburg Huskies mit fünf Niederlagen.

 

Bildquelle © Thomas H. Berschet & Nadine Bartz

Weitere super Bilder findet ihr von Stephan PartischHans Kaestle und Gero Müller Laschet

 

 

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